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Minister Peter Hauk MdL besucht Illmensee&Ruschweiler als eine der 13 MELAP-Gemeinden
"Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der eigenen Gemeinde zu schaffen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Kommune. Attraktive und lebendige Ortszentren sind Folge einer guten Innenentwicklung. Durch das "Modellprojekt Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung des innerörtlichen Potenzials (MELAP)" haben Illmensee und Ruschweiler (beide Landkreis Sigmaringen) einen weiteren erfreulichen Entwicklungsschub bekommen", erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Freitag, 27. April beim MELAP-Informationsbesuch in der Modellgemeinde Illmensee.
Die Eindämmung des Flächenverbrauchs zähle zu den wichtigen Handlungsfeldern der Politik in den kommenden Jahren. Nach wie vor sei der tägliche Flächenverbrauch mit 8,8 Hektar allein in Baden-Württemberg viel zu groß. "Damit wird jeden Tag eine Fläche von rund 13 Fußballfeldern verbraucht", mahnte Minister Peter Hauk.
Den Gemeinden käme bei dieser wichtigen Thematik eine Schlüsselrolle zu, denn raum- und strukturbedeutsame Entscheidungen fielen vor Ort. "Es muss ein Ruck durch die Gemeinden gehen hin zur Nutzung innerörtlicher Brachen", betonte Hauk. Dies eröffne auch Chancen für eine attraktive innerdörfliche Entwicklung. Nur so könne der Dorfkern als Lebens- und Kommunikationsort erhalten und gestärkt werden. Auch mit Blick auf die demographische Entwicklung appellierte Hauk an die Städte und Gemeinden, eine weitsichtige Kommunalpolitik zu betreiben. "Immer mehr ältere Menschen werden in Zukunft auf Wohnraum nahe der wichtigen Infrastrukturmaßnahmen in den Dorfzentren angewiesen sein," so der Minister.
Die Landesregierung habe im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) das Modellprojekt MELAP ins Leben gerufen. "Mit MELAP haben wir ein Instrumentarium, mit dem leerstehende Gebäude wieder genutzt, identitätsstiftende Ortsmitten gestärkt oder neu belebt werden können und die Erschließung von Neubauflächen in der Landschaft gestoppt werden kann", betonte Minister Hauk. Am Beispiel der Gemeinde Illmensee könne abgeschätzt werden, was bei einer gezielten Nutzung innerörtlicher Potentiale erreicht werden kann. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt habe zu attraktiven Plätzen in Illmensee geführt und sei ein sehr gutes Beispiel für dörfliche Gestaltung im Wohnumfeld.
Das innerörtliche Potenzial von 10,43 Hektar, das im Rahmen von MELAP ermittelt wurde, konnte bereits gezielt für die Schaffung von neuem Wohnraum genutzt werden. Nicht nur in Illmensee, sondern in allen Dorfkernen der 13 Modellgemeinden sei ein enormes Potenzial an leerstehenden und ungenutzten Gebäuden sowie an Baulücken ermittelt worden. Dieses Potenzial sei teilweise so hoch, "dass auf die Ausweisung von Neubaugebieten vielfach verzichtet werden kann", sagte Hauk. |