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Täglicher Flächenbedarf für
Baumaßnahmen geht auf 8,8 Hektar zurück
Aufgrund der Ergebnisse der Flächenerhebung
nach Art der tatsächlichen Nutzung 2005 (Stand 31.12.2004)
sind in Baden-Württemberg 85,4 Prozent der Bodenflächen
den Nutzungsarten Landwirtschafts- (1 656 000 ha), Wald-
(1 363 000 ha) und Wasserfläche (37 000 ha)
zuzuordnen. Wie das Statistische Landesamt feststellt, beziffert
sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 487 000 ha,
das entspricht einem Anteil am gesamten Landesgebiet (3 575 000
ha oder 35 750 Quadratkilometer) von 13,6 Prozent. Bei
der restlichen Landesfläche handelt es sich um so genannte
Schutzflächen, Übungsgelände, Unland oder historische
Bauten (1 ha = 1 Hektar = 10 000 qm).
Seit dem Jahr 2003 sind danach bis 2004 weitere
3 200 ha (+0,7 Prozent) für Siedlungs- und Verkehrszwecke herangezogen
worden. Umgerechnet auf die Fläche eines Fußballplatzes
(70 m x 100 m) hat der Jahreszuwachs damit eine Größenordnung
von 4 500 bis 4 600 Fußballplätzen. Die tägliche
Flächeninanspruchnahme (für Baumaßnahmen in den
Bereichen Wohnen, Gewerbe und Industrie, Straßen, Gemeinbedarfseinrichtungen
wie Grünanlagen, Sportstätten, Ver- und Entsorgungsanlagen,
einschließlich den der Bebauung untergeordneten unbebauten
Flächen wie Vorgärten, Hausgärten, Spielplätze,
Stellplätze o. Ä.) belief sich 2004 auf 8,8 ha/Tag. Nachdem
die Vergleichsdaten der Vorjahre (2001: 11,8 ha/Tag; 2002: 10,6
ha/Tag; 2003: 10,3 ha/Tag) noch deutlich höher gelegen
hatten, scheint es so, als ob sich ein Umdenken hin zum sparsameren
Umgang mit Grund und Boden mehr und mehr durchsetzt. Von der derzeitigen
Wirtschaftslage dürften zusätzlich eher dämpfende
Effekte auf den Flächenverbrauch ausgehen.
Da die Siedlungs- und Verkehrsfläche in
erheblichem Umfang Grün- und Freiflächen umfasst, ist
»Flächenverbrauch« nicht mit »Versiegelung«
(teilweises oder vollständiges Abdichten offener Böden)
gleich zu setzen. Der einzig nennenswerte Bereich, aus dem das Wachstum
der Siedlungs- und Verkehrsfläche gespeist wird, ist weiterhin
die Landwirtschaftsfläche, die in der jüngeren Vergangenheit
durchschnittlich 13 ha/Tag an Fläche einbüßte. Zu
berücksichtigen ist allerdings, dass ein Teil dieser Flächen
aufgeforstet wurde und insofern der Naturfläche erhalten blieb.
Von der Siedlungs- und Verkehrsfläche insgesamt
entfallen derzeit 192 500 ha oder 39,5 Prozent auf Verkehrsflächen,
d. h. Flächen für Straßen, Wege, Plätze, Schienen-
und Luftverkehr. Die gesamte Gebäude- und Freifläche beläuft
sich auf nunmehr 259 900 ha oder 53,4 Prozent der Siedlungs-
und Verkehrsfläche. Darunter 134 900 ha für Wohnzwecke
und weiteren 41 600 ha, welche vorherrschend gewerblichen und
industriellen Zwecken dienen.
Quelle: Statistisches Landesamt, Pressemitteilung
12.08.05

Als "Flächenverbrauch" bzw. "Flächeninanspruchnahme"
bezeichnet man das Umwidmen von vormals naturnaher, land- und forstwirtschaftlich
genutzter Fläche zu Siedlungs- und Verkehrsfläche. Zwischen
1997 und 2001 wurden in Baden-Württemberg täglich 12,0
Hektar Fläche verbraucht. Die Gründe für diese Zunahme
an Siedlungs- und Verkehrsfläche lagen vor allem in der Erschließung
neuer Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete.
Bundesweit erreicht die jährliche Flächeninanspruchnahme
bereits heute ein Ausmaß, das 4/5 der Fläche des Bodensees
entspricht. Vom Bevölkerungswachstum hat sich der Flächenverbrauch
längst abgekoppelt: Trotz stagnierender Einwohnerzahl steigt
die Flächeninanspruchnahme fast ungebremst. Vor diesem Hintergrund
stellt sich die Frage, ob ein Flächenverbrauch dieser Größenordnung
auf Dauer ein Mittel der städtebaulichen Entwicklung bleiben
kann. Vor allem: Wer gibt uns heute das Recht, zukünftige Generationen
ihrer Entwicklungschancen zu berauben?
Literatur:
Zukünftige Flächennutzung
in Baden-Württemberg (pdf-Dokument, 92 kB)
(Auszug aus dem
statistischen Monatsheft 7/2004)
Quelle: Landesamt
für Umweltschutz Baden-Württemberg, 76157 Karlsruhe,
Postfach 210752
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